
Schachclub
Aadorf: Aufstieg in die 2. Liga perfekt
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Nach nur einer Saison in der 3. Liga hat das Raiffeisen-Team Aadorf den weiteren
Aufstieg in die 2. Liga geschafft. Dank einer hervorragenden Mannschaftsleistung
und einer brillanten taktischen Aufstellung setzte sich Aadorf in einem
dramatischen Finish gegen IBM Zürich durch. Aadorf darf nun zweifellos zu den
stärksten Thurgauer Schachclubs gezählt werden.
Das Saisonziel nach erfolgtem Aufstieg in die
3.Liga hatte man sich schnell gesteckt. Erstrangiges Ziel war eindeutig der
Ligaerhalt. Dass man gar die Aufstiegsspiele erreichen könnte, gehörte damals
noch ins Reich der Träume. Aber jetzt wo sich diese Chance bot, war man auch
Willens, diese zu packen. Ausnahmsweise hatte vor der Partie wirklich jeder die
verstaubten Theoriebücher wieder ausgegraben.
Zwei
Niederlagen in Serie
Allerdings begann der Abend für die Thurgauer
alles andere als Wunschgemäss. Toni Mösle, der gegen den stärksten Spieler
der gastgebenden Mannschaft angetreten war, hatte sich gegen den scheinbar übermächtigen
Gegner sogar einen Vorteil verschaffen können, bevor er einen, der im Schach
berüchtigten „Fingerfehler“ beging und somit eine Sensation verhinderte.
Ähnlich erging es Patrick Lengg. Auch er
durfte mit seiner Stellung lange zufrieden sein, bevor er geistesabwesend ein
unfreiwilliges Bauernopfer tätigte, welches ihm ausser ein paar Minuten
Bedenkzeit des Gegners herzlich wenig einbrachte. Unglücklicherweise entpuppte
sich sein Kontrahent zusätzlich als filigraner Enspieltechniker, der seinen
Mehrbauern souverän zum Sieg verwandeln konnte.
Tikvics und Frischknechts Glanzleistung
Allerdings stellte die 2:0 Führung für IBM
alles andere als eine Vorentscheidung dar. In der Zwischenzeit hatten sich die
verbleibenden Aadorfer nämlich deutliche Vorteile erkämpft.
Bald erlöste der am ersten Brett agierende
Nikola Tikvic sein Team mit der ersten Erfolgsmeldung. Der schon die ganze
Saison in Höchstform spielende Aadorfer hatte seinen Kontrahenten auf geniale
Art und Weise in eine strategisch komplizierte Stellung manövriert und wie
sooft behielt er auch diesmal die bessere Übersicht. Als sein Gegner einsah,
dass seine Dame unwiederbringlich verloren war, gab er die Partie vernünftigerweise
sofort auf. Selbst mit der Dame wäre seine Aufgabe alles andere als eine
Einfache gewesen.
Der Aadorfer Ausgleich liess nicht lange auf sich warten. Inspiriert vom Erfolg seines Teamkameraden übertraf Paul Frischknecht einmal mehr sich selbst. Mit einer Traumkombination stellte er seinen Gegenspieler vor die Wahl, entweder seine Dame preiszugeben, oder gleich mattgesetzt zu werden.
Sieg Aadorfs dank vorbildlichem Teamgeist
Nun begannen die Aadorfer kühl zu
kalkulieren. Ruedi Duttweiler wusste, dass dank dem Sieg am ersten Brett auch
ein Unentschieden nach Punkten für einen Sieg reichen würde. Obschon in der für
ihn vorteilhaften Stellung weitaus mehr möglich gewesen wäre, verzichtete er
zugunsten der Mannschaft auf jegliches Risiko und warf seinem Gegner stattdessen
einen Remis-Rettungsanker in Form eines "ewigen Schachs" zu. Ein eindrückliches
Beispiel dafür, dass auch für Schachspieler Teamgeist kein Fremdwort ist!
Nun war es dem letzten verbleibenden Kämpfer,
Karl Brunner, bewusst, dass einmal mehr Sieg oder Niederlage allein in seinen Händen
ruhten. Und einmal mehr demonstrierte Karl Brunner, dass er zu Recht als ein
Spieler der Meisterklasse gilt. Jeder einzelne Zuschauer machte einen nervöseren
Eindruck als Karl Brunner selbst. Seelenruhig änderte er seine Spielstrategie
und lenkte geschickt in ein Turmendspiel ein, von dem er wusste, dass er ein
Remis erreichen würde. Somit lautete der Endstand 3:3. Doch Aadorf sicherte
sich den Aufstieg dank einem Brettpunkt mehr.
Resultate: Aadorf – IBM Zürich 3:3 ( 7:6
Brettpunkte); Tikvic – Germann 1:0 (6:0); Brunner – Arend 0.5:0.5 (0:0); Mösle
– Mathys 0:1 (0:4); Duttweiler – Nagelstein 0.5:0.5 (0:0); Lengg – Müller
0:1 (0:2); Frischknecht – Bissig 1:0 (1:0)