13.02.2010

 

Schachclub Aadorf: Geglückter Auftakt in der SMM

Mit der Mannschaft Toggenburg aus Wattwil empfing Aadorf in der ersten Runde der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaften im Schach gleich einen Favoriten auf den Gruppensieg. Ein Hauptziel dieser Runde für Aadorf war somit gegeben: Solide spielen und nach Möglichkeit nicht verlieren.

Paul Frischknecht konterte mit den schwarzen Steinen den weissen Angriff mit einer sehr selten gespielten Variante der Spanischen Verteidigung. Der Plan ging dahingehend auf, dass Weiss keinen Vorteil aus der Eröffnung erzielen konnte und durch exzensiven Figurentausch das Schlimmste verhindern musste. Frischknecht belebte das Spiel wieder durch das Herbeiführen einer Mareriellen Asymmetrie. Nach einer Unachtsamkeit musste er aber wieder zurückkrebsen und in einem völlig ausgelichenen Endspiel ein Unentschieden akzeptieren. Auch Fritz Zbinden spielte mit Schwarz. Noch mitten in der Spieleröffnung opferte er raffiniert einen Bauern. Der Gegner misstraute dem Danaergeschenk nicht, und promt verlor er ein ganzes Pferd für den erhaschten Bauern. Mit einer Mehrfigur war es für den Aadorfer nicht mehr allzu schwierig, den Sieg nach Hause zu tragen.

Seine Lieblingseröffnung, das Damengambit, konnte Raphael Golder spielen. Trotz guter Eröffnungskenntnissen kam er aber bald unter Druck und konnte sich erst im Mittelspiel aus einer misslichen Lage befreien. Das Remisangebot seines Gegners nahm Golder deshalb dankbar an und erhöhte auf 2:1 für das Raiffeisenteam aus Aadorf. Samyo Bounlom konnte auf dem Königsflügel einen starken Druck ausüben. Nach einem Ausrutscher fand sein Gegner aber wieder ins Spiel zurück, und es entstand eine hochkomplizierte Stellung. Im Variantengestrüpp verrechnete sich der Aadorfer dann, was ihn eine ganze Figur kostete. Trotz verzweifeltem Widerstand konnte die Niederlage nicht mehr abgewendet werden, womit die Wattwiler zum 2:2 ausgleichen konnten. Ruedi Duttweiler kam gut aus der Eröffnung heraus und auch im Mittelspiel wusste er sich zu behaupten. Er glaubte ein Remis zu erzielen, spielte dann aber im Endspiel viel zu passiv, versuchte jedes Risiko zu vermeiden und verlor.

Die Entscheidung über das Mannschaftsergebnis musste somit am Spitzenbrett fallen. Karl Brunner lieferte sich mit seinem Gegner einen spannenden, über 5 Stunden dauernden Schlagabtausch, so dass aufgrund der beiderseits vielfältigen taktischen Möglichkeiten jeder Spielausgang möglich war. In der Endspielphase, wo jeder der beiden Kontrahenten einen Bauern zur Dame umwandeln konnte, behielt der Aadorfer die bessere Spielübersicht. Als sein Gegner mit gefährlichen Schachgeboten auszugleichen versuchte, gelang Brunner der entscheidende Königsangriff mit einer schönen, 6-zügigen Mattkombination. Damit konnte sich Aadorf mit einem 3:3-Unentschieden einen wertvollen Mannschaftspunkt im Hinblick auf den Klassenerhalt sichern.

Die Resultate im Einzelnen: Aadorf – Toggenburg 3 : 3; Brunner Karl – Christen Markus 1 : 0 Frischknecht Paul – Riss Hans 0.5 : 0.5, Duttweiler Ruedi – Belchev Angel 0 : 1, Bounlom Samyo – Petrov Kosta 0 : 1, Golder Raphael – Grämigen Josef 0.5 : 0.5, Zbinden Fritz – Schatton Marcus 1 : 0.

 

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