20.03.2010

 

Schachclub Aadorf: Herisau behält das bessere Ende für sich

In der zweiten Runde der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaften musste sich das Aadorfer-Raiffeisenteam gegen Herisau mit 2:4 geschlagen geben. Die Thurgauer starteten stark, zu guter letzt aber obsiegte die Routine der Gastgeber. Für die Aadorfer zeigt sich nun, dass nach dem Aufstieg in die 3. Liga in sportlicher Hinsicht ein deutlich raueres Klima herrscht.

Der Nachmittag begann für die Aadorfer indessen vielversprechend. Raphael Golder konterte die Eröffnung seines Gegners mit der von ihm favorisierten französischen Verteidigung. Geschickt provozierte er seinen Kontrahenten im Mittelspiel zu einem verhängnisvollen Figurenopfer. Golder liess sich den resultierenden Vorsprung nicht mehr nehmen und sicherte für die Aadorfer souverän den ersten Punkt. Erfreuliches zeigte sich auch Spitzenbrett wo der Aadorfer Punktegarant Karl Brunner die schwarzen Steine führte. Mit einer aggressiven Eröffnung verleitete Brunner seinen Gegner von Anfang an zu passivem Spiel. Brunner behielt scheinbar mühelos die Initiative und verstärkte diese Zug für Zug. In der Folge eroberte sich der Aadorfer einen Bauern, was auf Brunners Niveau in der Regel zum Sieg reicht.

Der Zwischenstand von 2:0 für Aadorf war jedoch schmeichelhaft, denn an den übrigen Brettern erkämpften sich die Herisauer allmählich Vorteile. Patrick Lengg stellte einmal mehr unter Beweis, dass es mit seinen Eröffnungskenntnissen nicht zum Besten steht. Schon früh und schweren Herzens musste er sich von seinem Läufer trennen. Die logische Folge war, dass Herisau auf 2:1 verkürzte. Einen unglücklichen Tag hatte für einmal der Aadorfer Kreativkönig Paul Frischknecht. Wie so oft hatte er sich auch diesmal in der Eröffnung einen Vorteil herausgespielt. Allerdings verpasste Frischnkecht diesmal die korrekte Fortsetzung. Stattdessen spielte er zu passiv und ging promt einer Scheindrohung seines Gegners auf den Leim. Frischknecht verlor dadurch die Qualität (Turm gegen Springer) und musste anschliessend mit ansehen, wie sich seine letzten Hoffnungen in Form einer Bauernmehrheit am Damenflügel allmählich in Luft auflösten. Herisau hatte auf 2:2 ausgeglichen.

Nun waren noch zwei Partien im Gang welche die Entscheidung herbeiführen würden. Ausgerechnet jetzt verlor der Aadorfer Youngstar Samio Boumlon für einen Augenblick die Konzentration. Boumlon übersah in vorteilhafter Stellung eine Drohung und musste promt eine Figur hergeben. Zäh suchte der Aadorfer in der Folge nach Remischancen, doch leider vergebens. Nun lag die ganze Hoffnung der Aadorfer auf Ruedi Duttweiler. Allerdings reichte schon ein flüchtiger Blick auf die Partie um einzusehen, dass an einen Sieg nicht mehr zu denken war. Duttweiler lag einen Bauern zurück, was in einer vergleichbaren Stellung auf ein Remis hindeutet. Doch dann schien es, als wollte er der Mehrheit seiner Mannschaftskameraden nacheifern. Buchstäblich in letzter Sekunde leistete sich Duttweiler einen folgenschweren Fehler und verlor die Partie. Herisau war es somit gelungen, dank seiner Routine einen 0:2 Rückstand noch in einen 4:2 Sieg umzuwandeln.

Die Resultate im Einzelnen: Herisau – Aadorf 4:2; Max Bolliger – Karl Brunner 0:1; Paul Frischknecht – Walter Oberholzer 0:1; Fredi Lämmler – Ruedi Duttweiler 1:0; Samio Boumlon – Rosam Looser 0:1; Harry Grob – Raphael Golder 0:1; Patrick Lengg – Heinz Schoch 0:1.

 

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