
12.06.2010
Schachclub Aadorf: Wichtiges Unentschieden gegen Steckborn
Mit Kantonsrivale Steckborn empfing das Raiffeisenteam-Aadorf in der vierten Runde der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaften einen nominell deutlich stärkeren Gegner. Nicht zuletzt dank einer geschickten Mannschaftsaufstellung erreichten die Aadorfer nach zähem Ringen ein 3:3 Unentschieden. Damit konnten sich die Aadorfer einen weiteren wichtigen Punkt für das Saisionziel Ligaerhalt sichern.
Zu Beginn des Wettkampfs deutete zunächst rein gar nichts darauf hin, dass die Aadorfer an diesem Nachmittag ein positives Resultat würden erzielen können. In der Tat hätte man sich keinen schlechteren Auftakt vorstellen können. Kaum hatten die Partien begonnen, mussten die Aadorfer mit Schrecken feststellen, dass jene ihres Mannschaftskollegen, Fritz Zbinden, bereits vorbei war. Ein schwerwiegender Fehler im 15. Zug hatte ihn direkt in die Angriffslinien seines Gegners manövriert, der wenig später ohne Mühe zum 0:1 für Steckborn verwandelte. Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten für die Heimmannschaft. Auch der am zweiten Brett spielende Aadorfer Raphael Golder erweiterte sein Repertoire an Eröffnungsfehlern. Sein starker Gegenspieler liess sich nicht zweimal bitten und schnappte sich kaltblütig den feilgebotenen Bauern. Golder versuchte zwar, mit aktivem Gegenspiel den Nachteil auszugleichen, doch leider vergebens. Am Ende blieb dem Aadorfer nichts weiter, als seinem Kontrahenten zur 0:2 Führung zu gratulieren. In einem Anflug falsch verstandener Solidarität beging mit Patrick Lengg nun gleich noch ein dritter Aadorfer einen kapitalen Fehler. Bei einem an und für sich korrekten Figurentausch verwechselte er die Zugfolge, verlor einen Läufer und damit die Partie. Nun führte Steckborn bereits mit 0:3. Aadorf musste nun die restlichen drei Partien allesamt gewinnen um noch einen Punkt retten zu können. Normalerweise ist das ein aussichtsloses Unterfangen, doch gilt das nicht wenn man eine Phalanx aus Brunner, Frischnkecht und Duttweiler vorzuweisen hat.
In der Folge zeigten die verbliebenen Aadorfer Schach vom feinsten. Der fast unbezwingbare Karl Brunner hatte seinem Gegner von Beginn weg das Tempo diktiert. Er verstärkte seine Stellung Zug für Zug und durchbrach, als die Zeit gekommen war, mit einem eleganten Springeropfer die Königsstellung seines Gegenübers. Ein raffiniertes Abzugsschach mit Damengewinn bildete die Pointe von Brunners Partie und sicherte Aadorf gleichzeitig den ersten Punkt. Positives zeichnete sich auch auf dem Brett von Ruedi Duttweiler ab. Der Aadorfer Routinier nutzte die Tempoverluste seines Gegenspielers geschickt aus, indem er seine zwei Springer für einen Turm und zwei Bauern tauschte. Ein gutes Geschäft! Duttweiler leitete auf diese Weise in ein Endspiel über, in welchem er stets die Oberhand behielt. Aadorf konnte auf 2:3 verkürzen und nun musste der letzte verbliebene Aadorfer, Paul Frischnkecht, das tun, was er gerne tut - kompromisslos auf Sieg spielen.
Frischknechts Gegenspieler suchte von Beginn weg aktives Spiel. Der Aadorfer erkannte dies und provozierte seinen Widersacher mit einem riskanten Königszug zu einem Figurenopfer. Die nun folgende Angriffswelle konterte Frischknecht geschickt und es gelang ihm, seinerseits ein Netzt subtiler Drohungen aufzustellen. Dieses hielt er solange aufrecht, bis sein Gegner in eine dieser Fallen tappte. Vor die Wahl gestellt, die Dame zu verlieren oder sich Schachmatt setzen zu lassen, wählte der Steckborner das kürzere der beiden Übel. Aadorf hatte auf diese Weise einen 0:3 Rückstand zu einem 3:3 Unentschieden aufgeholt. Ein wichtiger Punkt für den Verbleib in der dritten Liga.
Die Resultate im Einzelnen: Aadorf – Steckborn 3 : 3; Lengg Patrick - Zahner Rolf 0 : 1; Golder Raphael - Müller Peter 0 : 1; Zbinden Fritz - Wegelin Reinhard 0 : 1; Frischknecht Paul - Aklin Heinz 1 : 0; Brunner Karl - Haldi Peter 1 : 0; Duttweiler Ruedi - Bitter Andreas 1 : 0.